Thomas Brdaric: Die wilde 13 im Würgegriff des Titans
Der 1975 geborene Thomas Brdaric machte seiner kroatischen Abstammung alle Ehre. Als er 1993 zum VfB Stuttgart kam, konnte man sein Talent und seine Auswirkung auf die Mannschaft absehen: ein guter Fang war er in jedem Fall. In 204 Bundesligaspielen machte er 54 Tore, er durfte acht Länderspiele bestreiten und spielte anschließend für Düsseldorf, Leverkusen, Wolfsburg und Hannover in der obersten Spielklasse Deutschlands.
Aílton Gonçalves da Silva: Kugelblitz im Dschungelcamp
Er gewann 2004 mit Werder Bremen das Double, wurde im gleichen Jahr Torschützenkönig und als erster Ausländer “Fußballer des Jahres” in Deutschland. Dank seiner Interviews in gebrochenem Deutsch, in denen er über sich stets in der dritten Person spricht, seiner Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor und seiner extrovertierten Frohnatur gilt er bis heute als Publikumsliebling weit über die Stadtgrenzen Bremens hinaus. Doch aufgrund von finanziellen Schwierigkeiten und durchschnittlich 2 Vereinen pro Saison hat der Ruf des “Kugelblitz” in den letzten Jahren enorm gelitten. Anfang 2012 zieht er sogar ins RTL Dschungelcamp.
Uli Borowka: Kompromisslose Axt mit weichem Kern
Er war ganz oben und dann kam der tiefe Fall. Von seinen treuen Fans wird Ulrich Borowka nur liebevoll “Uli” genannt, als Gegenspieler kennt man den beinharten Verteidiger unter seinem Spitznamen “Die Axt”. Borowka spielte 6x für die Deutsche Nationalmannschaft, war sogar polnischer Meister und hatte in keinem geringeren als Diego Maradonna seinen Lieblingsgegenspieler gefunden. Aber sein größter Kontrahent stand nicht mit auf dem Feld. Es war der Alkohol.
Thorsten Legat: Das Muskelpaket mit dem Samurai-Schwert
Wie Thorsten Legat zum Bodybuilding kam? “Immer Castroper Straße rauf”. Der Muskelprotz aus dem Ruhrgebiet ist eine Legende in der deutschen Fußballhistorie. Mit seinen Sprüchen, seinem Aussehen und seiner kämpferischen und unverwüstlichen Spielweise ist uns ans Herz gewachsen.
Walter Frosch: Zigaretten statt Nationalmannschaft
Er rauchte 60 Zigaretten am Tag und lehnte eine Einladung zur Nationalmannschaft ab. In Kaiserslautern und St.Pauli zu einer Legende geworden, inzwischen vom Tabakkonsum gezeichnet. “Mein schwerster Gegner war immer die Kneipe”, so reflektiert der sympathische Verteidiger mit krächzender Stimme sein Leben. Aber er gibt sich kämpferisch: “Niemals aufgeben”, so lautet bis heute seine Devise.
Stig Töfting: Kampfzwerg mit Schicksalsschlägen
Stig Töfting gilt als unermüdlicher Kämpfer, als unangenehmer Gegner auf dem Platz und als Schläger mit Verbindungen zu den Hells Angels abseits des Spielfelds. Die Vergangenheit des nur 1,76m kleinen Abwehrmannes ist gepflastert von Schicksalen, die ihm in unregelmäßigen Abständen die Hand ausrutschen ließen.
Ansgar Brinkmann: Bis 5 Uhr morgens in der Stammkneipe zu erreichen
Er gilt als einer der letzten Straßenfußballer Deutschlands, seine Qualität ist unbestritten. Doch Dank seines lockeren Lebensstils hat es Ansgar Brinkmann nie zu einem der ganz Großen in Deutschland geschafft. Er sorgte für Schlagzeilen, die ihm den Spitznamen “Trinkmann” eingebracht haben, dabei klingt “weißer Brasilianer” doch eigentlich viel besser.
Vlado Kasalo: Wettschulden bei der Mafia
Die Empfehlung kommt von Franz Beckenbauer persönlich: “Der Vlado hat zweimal bei mir in der Weltauswahl gespielt, den könnt ihr blind nehmen.” Genau dies macht der Club aus Nürnberg 1989 und verpflichtet den damaligen Jugoslawen für 1 Mio. DM von Dynamo Zagreb als neuen Libero, Ende der 80er eine durchaus stattliche Summe.
Valdas Ivanauskas: Eheprobleme in Wolfsburg
Er war 4x Spieler des Jahres in Litauen, 3x Meister und 1x Pokalsieger in Österreich, schoss ein Tor des Jahres und kam auf dem Zenit seiner Karriere von Austria Wien zum Hamburger SV. Von diesem Zeitpunkt an ging es langsam bergab mit Valdas Ivanauskas. Für den heutigen Trainer der litauischen U18-Nationalmannschaft war Deutschland bis heute kein gutes Pflaster.
Maurizio Gaudino: Ohrringe, Solarium und schnelle Autos
Maurizio Gaudino hatten einen großen Anteil an der erfolgreichen Zeit der Frankfurter Eintracht Mitte der 90er Jahre. Zu diesem Zeitpunkt war er bereits Nationalspieler und Deutscher Meister, doch dann wurde ihm seine Leidenschaft zu schnellen Autos und seine eigenwillige Art beinahe zum Verhängnis.
Wolfram Wuttke: Immer wieder Ärger mit dem Trainer
Günter Netzer bezeichnete Wolfram Wuttke einst als “eines der größten deutschen Fußballtalente aller Zeiten”. Der für seine O-Beine bekannte Techniker konnte sein Potenzial jedoch aufgrund fehlender Diplomatie und ständiger Auseinandersetzungen mit den Trainern niemals ausschöpfen und hat es somit verpasst, heute auf eine größere Karriere zurückblicken zu können.
Mike Werner: Legende dank Oliba und Vokuhila
Ihn kennt jeder Panini-Fan, oder zumindest sein Bild aus dem Sammelalbum “Fußball 96″. In der Bundesliga konnte Mike Werner aufgrund einer Verletzung nur wenige Fans von seiner Leistung überzeugen, aber mit seiner Vokuhila-Frisur (Abkürzung für vorne-kurz-hinten-lang) und dem dazu passenden Oliba (Oberlippenbart) darf er als echter Kult-Kicker in keinem Geschichtsbuch fehlen.
Erwin Kostedde: Leben mit dem ruinierten Image
Er war 1974 der erste farbige Spieler in der Deutschen Fußballnationalmannschaft, trotzdem erinnern sich nur wenige Fans an sein erfolgreiches Auftreten in der Bundesliga. Viel mehr ist eine Geschichte um einen angeblichen Raubüberfall 1990 in den Köpfen geblieben. Falsche Freunde und die Boulevardpresse haben das Image von Erwin Kostedde stark beschädigt.
Jürgen Wegmann: Erst kein Glück, dann kam Uli Hoeneß
Jürgen Wegmann gehört zu den erfolgreichsten Bundesliga-Torschützen der 80er Jahre. Aber wie so häufig kommt auch für den Mittelstürmer nach dem Ende der Karriere der tiefe Absturz. Die “Kobra” lebt schließlich zeitweilig sogar von Hartz IV, bis ein Freund aus seiner Zeit bei Bayern München ihm eine weitere Chance vorbereitet.
Andreas Sassen (†): Alkoholisiert auf der Überholspur
Als Andreas Sassen im Oktober 2004 an den Folgen eines Hirnschlags mit nur 36 Jahren stirbt, ist seine aktive Laufbahn als Fußballprofi schon lange beendet. Er habe “alles versoffen und verzockt”, so analysierte er nach dem Karriereende seine aktuelle Situation. Dabei hatte es mit dem Alkohol nicht erst angefangen, als der Ball ruhte. Andreas Sassen war schon früh dem Alkohol verfallen.
Edgar Schmitt: Vom Looping-Schmitt zum Euro-Eddy
Obwohl die Profikarriere von Edgar Schmitt erst mit 28 Jahren startet, ist heute sein Name für jeden Fan ein Begriff. Innerhalb einer Woche wurde aus “Looping-Schmitt” “Euro-Eddy”, die wahrscheinlich unvergesslichste Woche seines Lebens. Mit dem Underdog Karlsruher SC gewinnt er sensationell 7-0 gegen den spanischen Tabellenführer FC Valencia. Schmitt erzielt dabei 4 Treffer und wird zur Legende.
Manfred Burgsmüller: Oldie mit 29, Goldie mit 39
Manfred – genannt “Manni” – Burgsmüller war der dienstälteste Stürmer der Bundesliga. Seine Karriere neigte sich mit 36 Jahren eigentlich schon dem Ende, als Otto Rehhagel den Essener Wuschelkopf aus der zweiten Liga zu Werder Bremen holt. Burgsmüller wird mit Werder Deutscher Meister und spielt bis 52 American Football. Dabei galt er eigentlich schon mit 29 als “zu alt”.
Gerry Ehrmann: Der Tarzan aus der Pfalz
Gerald Ehrmann verkörpert für viele das Idealbild des deutschen Torhüters. Ein wenig verrückt, ein wenig prollig, ohne Rücksicht auf Verluste bei Eins-zu-Eins-Situationen, hin und wieder tollpatschig aber durch den unermüdlichen Einsatz und die Identifikation mit dem Verein bei den Fans unglaublich beliebt. Insgesamt 6 Torhüter aus seiner legendären Flugschule spielen heute auf Bundesliganiveau, eine respektable Leistung. Dabei sind die Trainingsmethoden des Pfälzer Idols nichts für schwache Nerven.
Igor Belanow: Absturz des BoRussen im “Goldenen Westen”
Als Europas Fußballer des Jahres 1986 und Vize-Europameister 1988 kommt Igor Belanow zur Saison 1989/90 nach Mönchengladbach. Der erste Russe in der Bundesliga, noch vor Öffnung der deutsch-deutschen Grenze, Star der Nationalmannschaft der UdSSR. Doch Belanow kann seine Vorschusslorbeeren nie zeigen und landet heute aufgrund mehrerer Anekdoten abseits des Platzes nicht ganz zu unrecht in jeder Top10 der Liste ewiger Transferflops.
Alex Alves: Die Diva im weißen Pelzmantel
Alex Alves (Alexandro Alves Do Nascimento) ist bis zum heutigen Tag der mit 15,2 Mio. DM teuerster Einkauf der Hertha-Geschichte. Er ist aber auch Symbol für die vielen Missverständnisse zwischen südamerikanischen Spielern und deutschen Bundesligisten. Private Probleme, mangelhafte Integration und Auffälligkeiten Abseits vom Platz lassen immer wieder talentierte Spieler zu so genannten Skandalnudeln werden. Alex Alves ist einer von ihnen.
Volker Ippig: Die unangepasste Ikone der Kiezkicker
Für die Fans des FC St.Pauli ist Volker Ippig eine Art Inbegriff des Kiezklubs. Linkspolitisch aktiv, zeitweise Entwicklungshelfer in Nicaragua, Hausbesetzer in der Hafenstraße und ganz nebenbei Bundesligatorwart. Der Keeper hat abseits des Platzes das Image des Hamburger Stadtteilvereins entscheidend mitgeprägt. Eine Leben und eine Karriere, wie sie im heutigen Bundesligageschäft nicht mehr denkbar wäre.
Jonathan Akpoborie: Ein “Sklavenschiff” als Karrierekiller
Jonathan Akpoborie gehörte über viele Jahre zu den besten Stürmern der Bundesliga. Der Nigerianer hatte es geschafft, vom Straßenfußballer aus Afrika zum Großverdiener im Europäischen Fußballgeschäft. Aus einer Möglichkeit, mit dem Geld seine Familie in der Heimat zu unterstützen, folgten dubiose Vorfälle um ein so genanntes “Sklavenschiff”, die schließlich seine Karriere auf tragische Weise beendeten.
Ansgar – der ewige Adler (Artikel über Ansgar Brinkmann auf fnp.de)
Kaum ein Ex-Fußballprofi kann auf eine dermaßen bewegte Karriere zurückblicken wie Ansgar Brinkmann. Obwohl er nur zwei Jahre für die Eintracht kickte, verehren ihn die Frankfurter Fans noch heute. Ihnen stellte Brinkmann im Eintracht-Museum sein neues Buch vor.
Sachsenhausen. Ansgar Brinkmanns Augen strahlen bei der Erinnerung an alte Frankfurter Zeiten. Foto: RüfferAnsgar Brinkmanns Augen strahlen bei der Erinnerung an alte Frankfurter Zeiten. Foto: RüfferAnsgar Brinkmanns Augen strahlen bei der Erinnerung an alte Frankfurter Zeiten. Foto: Rüffer Als die Eintracht am 29. Mai 1999 durch einen sensationellen Übersteiger von Jan Åge Fjørtoft in der vorletzten Spielminute den 5:1-Kantersieg gegen Europapokal-Aspirant 1. FC Kaiserslautern und zugleich den Last-Minute-Klassenerhalt besiegelte, da stand ganz Fußballdeutschland Kopf. “Danach war es zwei Wochen lang wie fliegen”, erinnert sich Ex-Eintracht-Profi Ansgar Brinkmann (42). Er war maßgeblich am für unmöglich gehaltenen Nichtabstieg beteiligt. Dieser Moment gehört ohne Zweifel zu den größten in der Karriere des für seine feine und aufopferungsvolle Spielweise bekannten Flügelflitzers.
Gerry, wir brauchen dich! (Artikel zu Gerry Ehrmann auf der-betze-brennt.de)
In diesen Tagen wird viel darüber diskutiert, wer bleiben darf, wer gehen muss und wer kommen soll. Dabei geht es um Spieler, die meist nicht mal drei Jahre das FCK-Trikot getragen haben. Und den Trainer. Ein Name wird dabei selten genannt. Obwohl sein Vertrag zum Saisonende ausläuft, obwohl sein in der Gerüchteküche bereits kolportierter Abgang jedem FCK-Fan das Herz zerreißen würde: Gerry Ehrmann.
Meine Geschichte beginnt an einem Abend im April 1987. Südweststadion, Ludwigshafen. Es war das Spiel, das mich süchtig nach diesem Verein werden ließ. Das Spiel, nach dem ich schwor, mit diesem Verein durch dick und dünn zu gehen, treu bis in den Tod. Und dieses Spiel hatte einen (tragischen) Helden: Gerald Ehrmann.
“Da müsste ich Gewalt anwenden” (Interview mit Thomas Brdaric auf ZEIT.de)
Nationalspieler Thomas Brdaric gilt als eine der größten Nervensäge des deutschen Fußballs, der mit krächzender Stimme und ohne lange nachzudenken überall seinen Senf dazu geben muss. Stimmt das überhaupt? Am Lügendetektor erzählt der berühmteste Nürtinger nach Harald Schmidt wie es ist, von Olli Kahn von hinten gepackt zu werden, von der Todesangst als Beifahrer und dem renitenten Wellensittich Hansi
“Katze Kahn, ich hatte Angst vor dir” (Artikel über Thomas Brdaric auf SPIEGEL.de)
Bundesliga-Angreifer Thomas Brdaric hatte in den vergangenen Jahren mit Torhütern mehr Ärger als gewöhnlich. Nachdem er wegen einer Auseinandersetzung mit Schalke-Keeper Frank Rost vor einigen Wochen vom Platz gestellt wurde, nimmt der Ex-Nationalspieler nun mit einem Song über Oliver Kahn, Jens Lehmann und Co. süße Rache. Als er vergangene Saison noch für Bayer Leverkusen spielte, geriet Thomas Brdaric in die Fänge von Bayern-Keeper Oliver Kahn. Nach der 0:2-Pokalpleite beim Regionalligisten Eintracht Braunschweig, dem fünften sieglosen Pflichtspiel hintereinander, ist die Stimmung bei den furios in die Saison gestarteten Hannoveranern auf dem Tiefpunkt.
“Wir haben kein spezielles Sturmproblem” (Interview mit Thomas Brdaric auf SPIEGEL.de)
Vor dem entscheidenden Spiel morgen gegen Tschechien wird viel über die deutsche Angriffsschwäche debattiert. Kuranyi und Co. treffen einfach nicht. Im Interview mit SPIEGEL ONLINE erklärt der künftige Wolfsburger Stürmer Thomas Brdaric, weshalb sich das DFB-Team in der Offensive so schwer tut und dennoch weiterkommen wird.
SPIEGEL ONLINE: Herr Brdaric, die für das Toreschießen zuständigen Spieler des deutschen Fußball-Nationalteams müssen sich derzeit heftige Kritik gefallen lassen. Wie sehr trifft Sie das?
Thomas Brdaric: Es ist richtig, die Stürmer zu kritisieren, wenn sie nicht treffen. Aber wenn man nur einen Kurzeinsatz hatte wie ich gegen Lettland, ist jede Kritik unangebracht.
Video: Thomas Brdaric im Transfermarkt.tv Interview
Thomas Brdaric war 15 Jahre lang als Profi aktiv und spielte in der Bundesliga für den VfB Stuttgart, Fortuna Düsseldorf, Bayer 04 Leverkusen, VfL Wolfsburg sowie Hannover 96, ehe der Nationalspieler (acht Einsätze, ein Tor) seine Karriere im Juli 2008 wegen anhaltender Knieprobleme beenden musste. Zuletzt war Brdaric beim Niederrheinligisten 1. FC Union Solingen als Trainer und Sportlicher Leiter angestellt, allerdings ohne Erfolg. Der Verein beendete im August 2009 die Zusammenarbeit vorzeitig. Im Transfermarkt-Interview spricht Timo Strömer mit Brdaric über das Karriereende, das kurze Intermezzo bei Union Solingen und Poker.

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